Schulmobbing

Unter Mobbing verstehen wir eine wiederholt und systematische Ausübung von körperlicher, verbaler und/oder relationaler Gewalt.

Beispiele für körperliche Gewalt: treten, stoßen, schlagen, kratzen,boxen, beißen, an den Haaren ziehen, ein Bein stellen, den Sessel weg ziehen, mit Schnee einreiben, mit Steinen bewerfen, verfolgen, würgen...

Beispiele für verbale Gewalt: beschimpfen, verspotten, hänseln, Spitznamen geben, erniedrigen, beleidigen, abfällige Bemerkungen über Kleidung und Aussehen, entnervtes Stöhnen, wenn jemand nachfragt, ungerechtfertigte Anschuldigungen...

Beispiele für relationaler Gewalt: ausschließen, ignorieren, isolieren, nicht mitspielen lassen, Lächerlich machen, Gerüchte verbreiten, wichtige Informationen vorenthalten, Beziehungen zerstören, Freunde ausspannen

Eine Sonderform ist die sexuelle Gewalt, als Mobbinghandlung.

Mobbing kann im Kindergarten, in der Schule oder am Arbeitsplatz stattfinden. Ab dem 3. Lebensjahr sind Kinder fähig andere Kinder zu drangsalieren. Ab dem 6. Lebensjahr sind Kinder fähig andere Kinder für die Mobbinghandlungen zu instrumentalisieren. Laut einer österreichischen Untersuchung sind an österreichischen Schulen >20% der SchülerInnen von Mobbing betroffen.

Aufgrund von Ängsten und Schamgefühlen schweigen viele Opfer. Die psychosozialen Auswirkungen auf die Opfer können massiv sein: Verunsicherung, Angst, Depressionen, sozialer Rückzug, Selbstwertprobleme, Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Leistungsabfall, Schulabbruch…. Traumatisierung. Mobbing ist kein Kinderspiel, kein Kavaliersdelikt, sondern ist eine Gewaltform, die sowohl Kinder als auch Erwachsene krank machen und ihre Persönlichkeitsentwicklung negativ prägen kann. Da Mobbing in die Verzweiflung und Suizidalität führen kann, gilt Mobbing als gefährlich!

Den MobberInnen sind ihre Handlungen nicht immer voll bewusst. Ein Teil von ihnen genießt das Zerstören des Opfers. Machtausübung und  Kontrolle über den anderen, Kompensation von Grundwert- und Selbstwertdefiziten wie Freudlosigkeit und Neid oder Langeweile können ebenfalls Motive sein. Ein Teil der MobberInnen sind raffiniert manipulativ, sodass es für Außenstehende schwierig sein kann, das Mobbing und den Zerstörungsprozess dem Opfer gegen über zu erkennen.  

MobberInnen zeigen lt einer Studie von Dan Olweus (Schulmobbingforscher) bereits im jungen
Erwachsenenalter eine vierfach erhöhte Kriminalitätsrate. Ebenso ist das Leid für die gemobbten
Kinder mit Ende der Schulzeit meist nicht vorbei. Ein Teil leidet weit über die Schulzeit hinaus an
den Demütigungen und Kränkungen. Ein Teil der Suizidrate hat mit Mobbing zu tun!


Was können wir tun?

  • Allgemeine Aufklärung der Bevölkerung
  • Aufklärung der PädagogInnen, Kinder, Eltern, SchulärztInnen
  • Prä-und Interventionsprogramme an Kindergärten und Schulen!
  • Rasche Intervention bei Verdacht auf Mobbing durch die Verantwortlichen.
  • Menschlicher Beistand
  • Helfergruppen durch eigene MitschülerInnen
  • ev. Psychotherapie/ Traumatherapie, medikamentöse Therapie
  • Klassen- und Schulwechsel als letzte Maßnahme. Grundsätzlich sollten die MobberInnen wechseln und nicht das Opfer!